Bericht zur 18. Jahrestagung der DGL

 

18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde

Donnerstag, 12. November 2009

 

18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde DGL in Köln

Vom Lasereinsteiger bis zum Experten – alle(s) unter einem Dach! Geglückter Auftakt für ein neues Konzept – zwei :YAGTage voll gefüllt mit Informationen zur Laser Zahnheilkunde in Theorie und Praxis

Dr. Georg Bach, Freiburg im Breisgau

Nach dem großen Erfolg, den die Deutsche Gesellschaft für Laserzahnheilkunde als mit veranstaltende Fachgesellschaft beim letztjährigen Zahnärztetag in Stuttgart hatte, nun ein weiterer Höhepunkt:  Zum ersten Male fanden der Laser Einsteiger Kongress („Laser Start Up“)und die Jahrestagung der DGL unter einem Dach als Parallelveranstaltung mit einem gemeinsamen Schlusspodium statt. So fanden die „beiden Konstanten“ der Laser Zahnheilkunde zusammen, blicken doch sowohl DGL als auch die Macher des LEC auf jahrzehntelange Aktivitäten auf dem Gebiet der Laser Zahnheilkunde zurück.

Zufrieden konnten Professor Dr. Norbert Gutknecht als Präsident der DGL und Professor Dr. Herbert Deppe und Dr. Georg Bach als Kongresspräsidenten des 13. LEC ein mehr als zufriedenes Resümee` ziehen – konnten doch gut dreihundert Zahnärzte ihre ersten Erfahrungen mit Laserlicht in der Mundhöhle sammeln, oder aber ihr erworbenes Wissen in dieser Spezialdisziplin der Zahnmedizin vertiefen. In dieser Kombination „Einsteiger und Experte“ lag auch der Reiz dieser Veranstaltung, ein Konzept, das nach Wiederholung verlangt.


18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Laser Zahnheilkunde

„Laser in der Implantologie und Chirurgie“ –  dies das Thema der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde.

Zufrieden konnte der DGL Präsident Gutknecht in seinem Grußwort, in dessen Rahmen er zahlreiche Gäste befreundeter Fachgesellschaften aus dem In- und Auslang auch erfreut viele Mitglieder, die der einzigen Laserfachgesellschaft in Deutschland seit Jahren die Treue halten, begrüßen durfte, einen Rückblick auf die hervorragende Resonanz, die die DGL Präsenz beim letztjährigen Zahnärztetag in Stuttgart hervorgerufen hatte, geben:  „Die DGL und die gesamte Laserzahnheilkunde sind endgültig und für alle wahrnehmbar in der Zahnheilkunde angekommen“. Der DGL Jahreskongress, der im  Jahre 2009 im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages in der Schwabenmetropole Stuttgart abgehalten wurde hatte einen deutlichen und einen allgemein wahrgenommenen Schlussstrich gezogen. Einen Schlussstrich unter eine über anderthalb Jahrzehnte andauernde Entwicklung, im Rahmen derer die Laserzahnheilkunde in die „Exoten-, wenn nicht sogar in die Schmuddelecke“ der Zahnmedizin geschoben wurde. Mit der Aufnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahnmedizin (DGL) als assoziierte Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), welche bereits vor einigen Jahren erfolgte, wurde ein wichtiger Schritt, wenn nicht sogar ein Meilenstein bewältigt. Vollständig  jedoch und für die gesamte zahnärztliche Öffentlichkeit wahrnehmbar im Kreise der etablierten zahnärztlichen Verfahren angekommen ist die Deutsche Laserzahnheilkunde mit dem Deutschen Zahnärztetag 2009, der sich schwerpunktmäßig – neben dem Bereich der Ästhetik (vertreten durch die DGÄZ) – der Anwendung monochromatischen Lichtes in der Mundhöhle widmete.

An diese „Steilvorlage“ nun wollte und tat die 18. DGL Jahrestagung anknüpfen. Besonders erfreulich hierbei war die hervorragende Resonanz, welche die zahlreichen Beiträge zum Themenbereich Laser von Referenten der Hochschule und der Praxis belegte.


Wissenschaftliche Beiträge der 18. DGL Jahrestagung

Photodynamische Therapie                                                                                                                                 

Aus der Bonner Laserarbeitsgruppe um Professor Frentzen kommend, war es PD Dr. Andreas Braun vorbehalten, den ersten Beitrag des wissenschaftlichen Programms beizusteuern. Es gelang ihm einen umfassenden Überblick über das komplexe Thema „Photodynamische Therapie“ zu geben. Braun definierte die PT als Interaktion zwischen einen Farbstoff-Sensitizer, der eine Verbindung mit Bakterienmembranen eingeht und Laserlicht. Der hierbei entstehende Sauerstoff vermag die pathogenen Bakterien zu zerstören. Der Bonner Hochschullehrer sieht Indikationen für die PT in der Therapie der Periimplantitis, der Parodontitis und in der Endodontologie, sowie bei weiteren Sonderindikationen.

Am zweiten Kongresstag ein weiterer Beitrag zur Photodynamischen Therapie:                                                              Der „Schulterschluss zwischen Laser und Prophylaxe“ erfolgte durch  Dr. Michael Hopp (Berlin), der über „Die Integration der aPDT in der erweiteterten Prophylaxehandlung“ referierte. In seinem gut halbstündigen Vortrag, der von zahlreichen gut dokumentierten Fallbeispielen zehrte, vermochte Hopp die aPDT-Wirkweise genauso darzustellen, wie er deren Anwendung und Vorgehensweise, aber auch Komplikationsvermeidung darzustellen wusste.


Diagnostik                                                                                                                                                                 

In idealer Weise an die Ausführungen seines Vorredners (und wissenschaftlichen Mitarbeiters) anknüpfen konnte Professor Dr. Matthias Frentzen (Bonn), der den wichtigen Bereich der „Diagnostik mit Laserlicht) buchstäblich hinterleuchtete. Faszinierend hierbei die Erkenntnis, wie weit die technischen Möglichkeiten, gerade auf dem Gebiet der laserunterstützten Kariesdiagnostik gediehen sind!


Physik und Grundlagenforschung                                                                                                                          

Dem promovierten Physiker Dr.  Jörg Meister, Mitarbeiter der Klinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität Aachen, war es vorbehalten, eine Einführung in die Grundlagenuntersuchungen zum Er:YAG unterstützen Bleichen zu geben. Hierbei  verstand es der Aachener Physiker nicht nur die Unterschiede von Licht und Laserlicht, sondern auch die Erzeugung monochromatischen Lichtes und deren Wechselwirkung mit intraoralem, speziell Zahn-Gewebe darzustellen. Mehrfach betontes Credo des Referenten:                                                                                          Um eine erfolgreiche Therapie durchzuführen, ist es gerade im Bereich der Licht-Gewebe- Wechselwirkung erforderlich, sich mit grundlegenden, physikalischen Phänomenen wie beispielsweise Absorption und Streuung auseinander zu setzen.


Laserunterstützte Endodontologie                                                                                                                         

Einen umfassenden Gesamtüberblick über den Bereich der laserunterstützten Endodontologie gaben Dr. Iris Brader MSc(Meinigen) und Dr. Joachim Schiffer MSc (Berlin).                                               

Ebenfalls eine endodontologische Fragestellung, allerdings dem Aspekt  einer Grundlagenthematik gewidmet, war der Beitrag des dem Aachener Arbeitskreis Laserzahnheilkunde zugehörigen Kollegen Dr. Rene Franzen, der über „Endodontische Wirksamkeit verschiedener Pulsdauern und Wellenlängen im Vergleich“ sprach. Franzen betonte, dass die bakterizide Wirkung von Laserlicht nicht nur von der Leistung, sondern auch von der Dosis abhängig ist. Dies habe in der laserunterstützten Endodontologie besondere Bedeutung, denn die mit zahlreichen Laserquellen zu erzielende, zwischen 95 und 98% liegende Keimreduktion im Hauptkanal, sei angesichts der Keime in den Nebenkanälen nebensächlich, hier gelte für eine Keimreduktion zu sorgen. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde eine Versuchsreihe mit Nd:YAG Laserpulsen gestartet, welche 100 Mal länger, als solche, die mit einem konventionellen Nd:YAG-Dentallasergerät möglich sind. Franzen sprach in diesem Zusammenhang von der Idee des „Hammerschlages“ auf die Bakterien. Die Auswertung der Ergebnisse: Die langen Pulse zeigen keine Vorteile gegenüber den üblichen, vielmehr verlieren diese an Effektivität, so dass auch weiterhin die kurzgepulsten Nd:YAG Laser mit ihren hohen Pulsspitzenleistungen die höchste bakterizide Wirkung erzielt. Der Referent betonte: „Die Nummer 1 bei den Endo-Lasern ist und bleibt der Nd:YAG“.


Laserunterstützte Chirurgie                                                                                                                                   

Einen Höhepunkt (aus oral- und kieferchirurgischer Sicht) stellte das Referat von Professor Dr. Herbert Deppe (München) der in Vertretung des erkrankten Prof. Dr.  Dr. Siegfried  Jänicke (Osnabrück) dar, der zu dem Thema „CO2 Laser in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ sprach. Eindrucksvoll die präsentierten Bilder und Behandlungsdokumentationen die beim Auditorium große Zustimmung hervorrief und belegte, dass der CO2 Laser, der in der allgemeinen Laserzahnheilkunde eher eine Ausnahmewellenlänge darstellt, aus der Kieferchirurgie als „Skalpellersatz und mehr“ definitiv nicht mehr wegzudenken ist.

Die ideale Ergänzung der Ausführungen Deppes fand sich in den Referaten von Dr. Dr. Claus Neckel (Bad Neustadt), der über „Diodenlaserunterstützte Oralchirurgie sprach und über nahezu anderthalb Jahrzehnte Erfahrung mit dieser Wellenlänge in Wort und beeindruckenden Bildern (Entfernung einer medikamentös bedingten Gingivahyperplasie/ Laser-OP einer Speichelretentionszyste/ operative laserunterstütze Entfernung von Speichelsteinen und von Hämangiomen) berichten konnte und in dem von Frau Oberärztin Dr. Dr. Christine Jacobsen (Zürich), die über „(Laser) Chirurgie“ sprach.  Hierbei gelang es der eidgenössichen Referenen  das Auditorium in ihren Bann zu ziehen.                

Sie fand zwei Zugänge zum Thema plastische Chirurgie und Laser im Bereich der zahnärztlichen Chirurgie und der Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie:                                                                           

Einerseits waren es die „klassischen Indikationen“ die dem Gebiet der plastischen Chirurgie im Kopf- Hals-Bereich zugeordnet werden, andererseits definierte Jacobsen auch solche Anwendungen, die als plastisch-chirurgisch bezeichnet werden und vor allem im Bereich der Oralchirurgie Anwendung finden. Zusammenfassend konnte die Zürcher Kieferchirurgin anführen, dass der Laser eine Möglichkeit darstellt, mit dem sich in der Regel ein schnelleres oder besseres Resultat erzielen lässt und somit eine sehr wichtige Rolle in der Optimierung des plastisch-chirurgischen Behandlungsergebnisses spielt.                                                                                                                               Dies – so Jacobsen – werde in Zeiten stets ansteigender Patientenanforderungen von immenser Bedeutung.

Weitere „chirurgische Beiträge“ waren die von Dr. Michael Bauer MSc (Köln) („Live-OP-Chirurgie“ und von Dr. Michael Schäfer (Düsseldorf) („Sofortimplantation mit laserassistierter Freilegung“). Immer für eine Überraschung gut ist Dr. Ingmar Ingenegeren MSc MSc (Bottrop), der auch bei dieser Jahrestagung seine Ruf gerecht wurde: „Weltweit erste Laser Implantatbettpräparation ohne Anästhesie und unter Verwendung einer Bohrschablone nach 3D Planung“, fürwahr ein ganzes Füllhorn verschiedener implantologischer Spezialitäten, die der renommierte Implantologe hier in einen hervorragend dokumentierten Patientenfall gepackt hatte.                                                             

Insgesamt drei Vortragsböcke (Block I, II und III) des wissenschaftlichen Hauptprogrammes am Freitag und am Samstagvormittag waren somit nahezu komplett der chirurgisch orientierten  Laserzahnheilkunde gewidmet und in einem nahezu zwölfstündigen, nur durch kurze Pausen und die DGL Mitgliederversammlung unterbrochenen, Programm vermochten namhafte Referenten den „state of the art“ der chirurgischen und implantologischen Laserzahnheilkunde darzustellen.


Laserunterstütze Zahnhartsubstanzbehandlung                                                                                                   

Ein „Knaller“ gleich am ersten Kongress-Tag konnte das Aachener-Kölner Referentenduo Professor Dr. Norbert Gutknecht und Dr. Thorsten Kuypers, MSc liefern, die in einer Livedemonstration sowohl Kavitätenpräparationen, als auch die von Veneers mittels Laserlicht darstellten und das hierfür erforderliche Grundlagen- und Hintergrundwissen vermittelten.  Beide Autoren betonten, dass es dank verbesserter Software (Cerec 3) ein Nachfinieren der laserunterstützt präparierten  Kavitäten nicht mehr erforderlich sei und somit die „100% Laserkavität“  endlich Wirklichkeit geworden. Wichtig auch der Hinweis Kuypers, dass die laserunterstützt präparierte Inlayversorgung nicht mehr Zeit benötigt, wie beim konventionellen Vorgehen! Den Zeitbedarf für eine laserunterstützte Komplettversorgung (mehrflächige Kavität) gibt der Kölner Master of Sciene bei anderthalb Stunden an. Eine lange Diskussion belegte die hohe Relevant dieses Themas für die niedergelassene Praxis.


Laserunterstützte Parodontologie                                                                                                                               

In idealer Weise konnte Professor Dr. Anton Sculean (Bern, CH) an die Ausführungen seines Vorredners anknüpfen, er sprach über den Einsatz des Lasers in der chirurgischen und nicht chirurgischen Parodontaltherapie. Als Co-Referent fungiert ZA Olaf Oberhofer (Erwitte).               

Nicht ganz unerwartet nahmen die Arbeiten, die Sculean vornehmlich mit PD Frank Schwarz (Düsseldorf) zum Er:YAG Laser durchgeführt und dokumentiert hatte, breiten Raum in seinen Ausführungen ein. Sculean wies dieser Wellenlänge hohe Wertigkeit im Einsatz bei der Therapie marginaler Parodontopathie zu und hob vor allem die signifikant besseren Ergebnisse beim attachment Gewinn und bei der Taschenreduktion im Vergleich zum konventionellen, nicht laserunterstützt durchgeführten Vorgehen hervor. Zahnarzt Olaf Oberhofer, Co-Referent Sculeans, wies auf die Bedeutung der Integration des Laserlichtes in bewährte Therapieschemata hin, die ein gutes Behandlungsergebnis gewährleisen.                                                                                                     Ähnlich gute Resultate des laserunterstützten Vorgehens bei der Behandlung marginaler Parodontopathien konnte Dr. Peter Kleemann (Dinslaken, Schweiz) vorweisen, der über die „bakterizide Wirkung des gepulsten Nd:YAG Lasers auf parodontalpathogene Keime“ sprach.         

Hatten die Vorredner Scuelan und Oberhofer den eindeutigen Fokus ihrer  Ausführungen auf die Darstellung der Vorteile des Er:YAGs gelegt, so erläuterte der eidgenössische Parodontologe,  dass auch der gepulste Nd:YAG mit seiner im Vergleich zum Erbium Laser deutlich höheren Eindringtiefe in der Lage sei, hervorragende Langzeitergebnisse in der Parodontologie zu erzielen.


Laserunterstützte Periimplantitistherapie

Einen ausgezeichneten Übersichtsvortrag über die laserunterstützte Therapie der Periimplantitis gab Professor Dr. Herbert Deppe (München). Er wies darauf hin, dass bereits nach einen guten Jahrzehnt nach Incorporation bereits 8-14 Prozent der Implantatpatienten periimplantäre Manifestationen an ihren künstlichen Zahnpfeilern aufweisen. Laser gebe hier die Möglichkeit suffizient an den verursachenden Biofilm heranzugehen, ja das Laserlicht, so Deppe, ist „das zentrale Instrument zur Bekämpfung der Periimplantitis“. Grundsätzlich sind alle in der Zahnheilkunde eingesetzten Laserlichtquellen für eine laserunterstützte Periimplantitisbehandlung geeignet, hier konnte Deppe zahlreiche Untersuchungen, die mit Er:YAG, Nd:YAG und Diodenlasern durchgeführt wurden, nennen. Der Fokus seiner Ausführungen beschränkte sich dann auf das Vorgehen mit den CO² Laser, wo der Münchener Hochschullehrer zahlreiche eigene Untersuchungen und deren Ergebnisse vorstellen und erläutern konnte.

Aus dem Bereich der Grundlagenforschung steuerte direkt nach dem Beitrag Deppes, Dr. Georg Bach (Freiburg) seine Ergebnisse einer in vitro-Studie zur grundsätzlichen Einigung verschiedener Dekontaminationsverfahren bei. Verglichen wurden hier Pulverstrahlverfahren/ reine Cürettenreinigung/ reine Dekontaminationsverfahren mit Diodenlaserlicht und ablativ-dekontaminierende mit :YAG Laserlicht und als „Exot“ das Benetzen mit Phosphorsäure.              

Wurden zunächst Implantate, die vorgängig mit Keimen beimpft  und anschließend mit den erwähnten Verfahren gesäubert wurden zunächst rasterelektronenmikroskopisch auf die Wertigkeit der Reinigung untersucht, so erfolgte eine zweite Untersuchungsreihe mithilfe in einem Kunststoffkiefer simulierten periimplantären, kraterförmigen Defekt. Hier folgten nach den verschiedenen Reinigungs- und Dekontaminationsverfahren erneut rasterelektronenmikroskopische, aber auch mikrobiologische Untersuchungen. Am besten schnitt in beiden Gruppe die Kombination von Diodenlaserdekontamination nach Cürettenreinigung ab, gefolgt von Er:YAG-Laservorgehen und dem mit dem Pulverstrahlverfahren. Als ungeeignet haben sich die reine Cürettage ohne weitergehend Dekontamination  und das Vorgehen mit der Phosphorsäurebenetzung erwiesen; bei letzterem imponiert ein zähhaftender Belagsfilm auf dem künstlichen Zahnpfeiler,.


Laserunterstütztes Bleaching

Ein „Aachener Doppelschlag“ zum Thema Bleaching – Dr. Jörg Meister und Kollege Andreas Querengässner berichteten über eine umfangreiche Studie zum laserunterstützten Bleaching. Meister war es vorbehalten, über die Grundlagen zu berichten: Verschiedene Bleaching Gels wurden im in-vitro Test an Zähnen getestet, wo mit Hilfe einer Thermokamera die Erwärmung an der Oberfläche, aber auch in der Zahnwurzel (Pulpenraum) gemessen wurde. Zum Einsatz kamen Dioden-, Nd:YAG und Er:YAG Laser. Die als tolerabel angesehene maximale Erwärmung von 5 Grad Celsius konnte lediglich mit dem Er:YAG Laser (25mJ/ 10Hz/ 850µs und 3x10 Sekunden Applikationsdauer) stets unterschritten werden. Nicht diesen Grenzwert in allen Versuchsaufbauten unterschreiten konnten die Diodenlaser (810 Watt/ 2x20 Sekunden/ cw-mode) und stark überschritten wurde er vom Nd:YAG Laser (8 Watt/ 310µs/ 3x10 Sekunden). Die Ergebnisse dieser Voruntersuchung flossen in einen klinischen Teil ein, bei dem das mit einem Farbindikator (Guinea Grün) versehene  HiLite Gel der Firma Shofu zum Einsatz kam, das – auf den Zähnen aufgebracht – mit 2x10 Sekunden Er:YAG Laserlicht bestrahlt wurde (1,2Watt/ 10Hz/ 1000µs und einer Pulsenergiedichte von 0,4 J/cm² ). Jeweils 2 Quadranten der Patientengruppe wurden solchermaßen behandelt, die beiden anderen gleich, nur ohne Laser. Kurios die Ergebnisse: Mit beiden Verfahren (konventionell und laserunterstützt) konnten deutliche Zuwächse an Helligkeit der Zähne erzielt werden, wobei der Laser jedoch KEINE signifikant besseren Ergebnisse aufwies.  Vorteile wies das laserunterstützte Bleaching hingegen durch eine deutlich verringerten Zeitbedarf für die Behandlung auf.

Bereits  am Vortage hatte Dr. Michel Vock (Seuzach, Schweiz) über seine Erfahrungen mit dem laserunterstützen Bleaching, jedoch mit einer anderen Wellenlänge, der 810nm Diode, berichtet und ebenfalls Vorteile bei diesem Verfahren gegenüber konventionellen berichtet.


Abrechnung- Wirtschaftlichkeit

Eine ganze Reihe von Referenten  beschäftigte sich mit dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit von Laserleistungen in der zahnärztlich-niedergelassenen Praxis; durchgehend wurde betont, dass die Lasergerätschaften trotz eines gewissen Preisverfalls in den letzten Jahren nach wie vor im Hochpreissegment angesiedelt sind und auch hohe Folgekosten (Verbrauchsmaterialien/ Sicherheitstechnische Kontrollen u.ä.) aufweisen. Den Auftakt der Beiträge  zu diesem Themenbereich  bildete der von Kollegen Thorsten Wegner (Garbsen), der über „Laser – von der Indikation bis zur Wirtschaftlichkeit“.  Diesen Themenbereich im erweiterten Sinne hinterleuchtete das DGL Vorstandsmitglied Dr. Stefan Grümer (Mülheim) der das anspruchsvolle Thema „Die Interaktion des Lasers in der zahnärztlichen Praxis aus materialwirtschaftlichen Gesichtspunkten“. Diesem Referenten, dieses Mal mit Dr. Detlef Klotz (Duisburg) als Co-Referent war es vorbehalten in einem „Workshop – GOZ-Abrechnung“ darzustellen, wie Laserleistungen inner- und außerhalb der beiden für die Zahnmedizin geltenden Gebührenordnungen abgerechnet werden können.                               

Wie ein roter Faden zog sich hierbei das statement „Laserleistungen müssen eine echte Indikation aufweisen – die Durchführung von Laserleistungen bedingen ein hohes Einarbeitungspotential – Laserleistungen müssen einem entsprechendem, adäquaten Honorar gegenüber gestellt werden!“


Mainpodium

Ein Paukenschlag zuletzt – das gemeinsame Podium für beide Parallelveranstaltungen (LEC/ Laser Start Up und DGL Jahrestagung): Der Ehrenpräsident der DGL, Professor Dr. Friedrich Lampert (Aachen), der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates der DGL, Professor Dr. Herbert Deppe und die Praktiker Dr. Thorsten Kuypers  MSc und Dr. Thorsten Kleinert diskutierten mit dem Auditorium zum Thema „Laser – Eine Philosophie oder ein Wirtschaftsfaktor“. Rasch entwickelte sich die rege und mitunter auch kontrovers geführte Diskussion dahingehend, dass beide Einschätzungen nicht zutreffen. Laser Zahnmedizin ist keinesfalls unter dem Gebote des rein Merkantilen zu sehen, diesen Vorwurf haben gerade die DGL, aber auch die zahlreichen deutschen Wissenschaftler und Praktiker, welche auf diesem Gebiet tätig sind, längst zerstreut. Laser ist aber auch nicht reine Philosophie, es ist vielmehr ein Spezialinstrument für Spezialisten. Dass diese von „der Laserei angefressen“ sind, wie ein Diskutant einwarf, mag indes zutreffen……                                                                                                 Gerade diese „Angefressenen“ werden sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nächstes Jahr wieder bei der DGL Jahrestagung treffen!

2010 wird es zwei Jubiläen zu begehen geben:                                                                                                       Einmal 50 Jahre Verwirklichung des Lasers durch Maiman und dann – nicht minder wichtig – 20 Jahre DGL – wenn dies mal keine Gründe zum Feiern sind!


Korrespondenzadresse:                                                                                                                                              

Dr. Georg Bach                                                                                                                                                              Rathausgasse 36                                                                                                                                                           79098 Freiburg im Breisgau                                                                                                                              doc.bach@t-online.de

 



 
 
 
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